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Inhalt: Vorgeschichte Wiedereinstieg in den Polizeidienst Die Entdeckung Der Kontakt zur staatspolizeilichen Abteilung des BMfI Das 1. konspirative Treffen mit der Gruppe "Wilhelm Tell" Die Beauftragung durch das Innenministerium Die "Volkssozialistische Bewegung" - VSB Verdeckte Scheinkäufe JUNGE FREIHEIT - Leserkreis bei der Wiener akademischen Burschenschaft OLYMPIA Burschenschaft OLYMPIA - Der Dr. Erwin Pröll-Schriftsatz OLYMPIA - Sonnwendfeier OLYMPIA - Sonderveranstaltung mit PLO Botschafter und FPÖ Ehrengast JUNGE FREIHEIT - Projekt Deutschlandrundreise JUNGE FREIHEIT - Leserreaktion & Mitarbeit JUNGE FREIHEIT - Der journalistische Auftrag: DAS ANTI-NAZI-CAMP JUNGE FREIHEIT - Leserkreis Graz Die konspirative Wohnung Chiffrierung der Berichte Aktivisten- Gruppengründung in Deutschland Motorrad- veranstaltungen Die Kündigung der Bundespolizeidirektion Wien Alternativangebot mit dem Deutschen Verfassungsschutz Freie Marktwirtschaft zur Terrorismusbe- kämpfung Kontakt mit dem Deutschen Verfassungsschutz Forderung an den Bundesminister Dr. Löschnak Der Versuch mit dem Nachrichtenmagazin PROFIL Gedanken & Fragen Weitere Medien des Journalisten |
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Motorradveranstaltungen
Entsprechend meiner Fähigkeiten und Möglichkeiten setzte ich während der verdeckten Ermittlungen auch auf Motorradveranstaltungen. Ein Chopper stand mir zur Verfügung und je nach Einsatz wurde mein Aussehen auch in diesem Bereich variiert. Am Helm verschiedene einschlägige Aufkleber - darunter die Deutsche Reichsfahne - so fuhr ich Veranstaltungen in Wien, Niederösterreich, Kärnten und die große Demonstration in Paris an. Auch hier galt das im Vordergrund stehende Motto „sehen und gesehen werden“. Auf meiner Biker-Kutte brachte ich mit kleinen Nieten das SS-Symbol in Runenschrift an, nicht aufdringlich, aber wahrnehmbar und einige Patches mit aussagekräftigen Sprüchen. T-Shirts mit großformatigen Sprüchen wie: "Wenn Schweine fliegen könnten, bräuchten Bullen keine Hubschrauber" oder "Helfen Sie der Polizei, verprügeln Sie sich selbst" rundeten das gegen die staatliche Rechtsordnung gerichtete Bild ab. Auch in der Praxis war mein Umgang mit uniformierten Polizisten frech und auflehnend, so wie es meine Rolle forderte.
Beispielsweise als ich frühmorgens am 15. Mai zu einem Treffen zu Kamerad M. von den OLYMPEN fuhr und in der Operngasse in Wien in eine Schwerpunktkontrolle kam. Sonntags kurz nach 6 Uhr Früh war geringes Verkehrsaufkommen und ich mit dem Motorrad mehr oder weniger alleine, flott unterwegs von der konspirativen Wohnung in Richtung Gumpendorfer Straße. Als ich die Polizeifahrzeuge wahrnahm, schien es mir klar, daß ich angehalten werden würde. So kam es dann auch. „Fahrzeugkontrolle, Führerschein und Zulassungsschein bitte“ forderte mich der Polizist und Kollege auf. Als er die Dokumente durchschaute, fragte er mich, wem das Fahrzeug gehört. Da ich zu spät aufgewacht war und schon zur gemeinsamen Ausfahrt erwartet wurde, antwortete ich kurz angebunden: „Steht eh im Zulassungsschein“. „Na wenn Sie es so haben wollen, nehmen Sie einmal den Helm ab.“ Ich brauchte keine Bedenken haben, daß bei der genauen Kontrolle des Fahrzeuges irgendwelche Mängel zu entdecken gewesen wären, da es neuwertig war und ich somit meiner Vorgangsweise sicher sein konnte. Dann kam doch eher unerwartet die Frage nach dem Verbandspäckchen, das ich natürlich nicht bei mir hatte. 1:0 für den Polizisten. Um Argumentationen nicht verlegen, teilte ich ihm mit, daß es mir Tags zuvor aus dem abgestellten Fahrzeug, aus den Satteltaschen gestohlen worden war. Die damals 100.- öS Strafe wollte ich nun doch nicht wirklich provozieren. Eine kurze Belehrung und ich konnte meine Fahrt ungehindert fortsetzen.
Nicht viele Neonazis sind auch als solche, mit sichtbaren Attributen versehen, mit ihren 2-Rädern unterwegs. Es ergaben sich Plaudereien wie auf allen Motorradveranstaltungen aber keine wirklich interessanten Kontakte mit Szenenbezug. Aber jede Menge an Gesprächsstoff resultierte aus den unterschiedlichen Begegnungen folgend für die bereits bestehenden Verbindungen. Als ich von Paris zurückkommend, meinen Verbindungsmann Koller anrief und wir uns bei der Wiener Westeinfahrt trafen, war ich etwas zu früh am Treffpunkt und legte mich nach 24 Stunden Fahrt bei der Tankstelle müde ins Gras. Als Koller dann eintraf, - er sah mich zuvor noch nie in meiner gesamten Kluft - meinte er nur lachend: „Mit dem Aussehen paßt Du zu den Vandalen in Berlin“. (Anm.: Das war eine bekannte Motorradgruppe mit einschlägiger ideologischer Gesinnung) Dann kamen wir zur Berichterstattung und der Festlegung der nächsten Schritte in den laufenden Ermittlungen.
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