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Inhalt: Vorgeschichte Wiedereinstieg in den Polizeidienst Die Entdeckung Der Kontakt zur staatspolizeilichen Abteilung des BMfI Das 1. konspirative Treffen mit der Gruppe "Wilhelm Tell" Die Beauftragung durch das Innenministerium Die "Volkssozialistische Bewegung" - VSB Verdeckte Scheinkäufe JUNGE FREIHEIT - Leserkreis bei der Wiener akademischen Burschenschaft OLYMPIA Burschenschaft OLYMPIA - Der Dr. Erwin Pröll-Schriftsatz OLYMPIA - Sonnwendfeier OLYMPIA - Sonderveranstaltung mit PLO Botschafter und FPÖ Ehrengast JUNGE FREIHEIT - Projekt Deutschlandrundreise JUNGE FREIHEIT - Leserreaktion & Mitarbeit JUNGE FREIHEIT - Der journalistische Auftrag: DAS ANTI-NAZI-CAMP JUNGE FREIHEIT - Leserkreis Graz Die konspirative Wohnung Chiffrierung der Berichte Aktivisten- Gruppengründung in Deutschland Motorrad- veranstaltungen Die Kündigung der Bundespolizeidirektion Wien Alternativangebot mit dem Deutschen Verfassungsschutz Freie Marktwirtschaft zur Terrorismusbe- kämpfung Kontakt mit dem Deutschen Verfassungsschutz Forderung an den Bundesminister Dr. Löschnak Der Versuch mit dem Nachrichtenmagazin PROFIL Gedanken & Fragen Weitere Medien des Journalisten |
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Freie Marktwirtschaft zur TerrorismusbekämpfungLaut meinem Tonbandprotokoll (Originalton) wurden Koller nach dem 26. Mai 1994 von mir fünf Seiten Berichte an die Fax-Gegenstelle im Innenministerium gefaxt. Bei dem Telephonat, Minuten vor Übersendung, äußerte er noch als ich wegen der Nebenstellendurchwahl des Fax-Anschlusses fragte: "Jetzt weißt Du die noch immer nicht auswendig". Dann bestätigte Koller den Erhalt der 5 Seiten wobei die 1. codiert war und die letzte mit der bereits beschrieben Zifferncodierung versehen war. Die Übernahme durch den Verfassungsschutz dauerte noch an, aber ich wollte nicht mehr lange zuwarten. Überlegungen zu Folge mußte es doch Abnehmer für meine Ermittlungsergebnisse geben, die bereit wären dafür zu bezahlen. Jedoch die Anbahnung einer derartigen "Geschäftsbeziehung", sofern von dieser als solche gesprochen werden kann, läuft in anderen Bahnen ab. Nachdem mit Ablauf der Kündigungsfrist auch das letzte Geld in Form des Beamtengehaltes eintreffen würde, waren keine rosigen Zeiten in Aussicht. Ich hatte einen Kontakt, pflegte dies aber in der Praxis als Kanal zu bezeichnen, und versuchte mein Glück. Wir verabredeten uns beim Wiener Südbahnhof und ich beabsichtigte, die Person zu bitten, nachzufragen ob Interesse an meiner Arbeit und deren Resultaten bestehen würde. Bei dieser Begegnung war ich mehr als überrascht, jedoch eigentlich nicht wirklich verwundert darüber, daß wir - ohne vorherige Absprache - uns vom Südbahnhof weggehend, in einer professionellen Weise auf getrennten Wegen zum Botanischen Garten hinbewegten. Als wir beide der Ansicht waren, daß wir nicht observiert werden würden, begaben wir uns in das Innere des nur sehr spärlich besuchten Areals. Stille Wässer sind tief, dachte ich mir und brachte dies der Person auch gegenüber zum Ausdruck. Wir kannten uns bereits viele Jahre und vertrauten uns, wobei die Intensität der Kontakte hier keine Rolle spielte. Nach einer Runde in der Parkanlage setzten wir uns auf eine Bank und ich erörterte mein Anliegen. Man werde Nachfragen ob Interesse bestünde und gegebenenfalls ein Treffen herbeiführen. Es würde so laufen, daß ich eine Telephonnummer erhalten würde und diese dann kontaktieren solle. Er fragte mich, welchen Namen er angeben soll und so nannte ich den Codename: Oscar.
Es dauerte nicht lange bis mir die Rufnummer mitgeteilt wurde und so kam das erste Treffen zustande. Ausgerechnet vis-a-vis der Polizeidirektion Wien fand dann die Zusammenkunft statt. Schon einige Zeit vor dem vereinbarten Zeitpunkt war ich im Umfeld des Schottenringes, um das Vorfeld zu klären. Zumindest konnte ich zwei Personen feststellen, die das besagte Treffen observierten. Es war ein Mann und eine Frau die von mir als Beobachter identifiziert wurden, die ebenso schon frühzeitig auf dem Straßenbild in Erscheinung traten. Nachdem meine Ansprechperson eingetroffen war, begaben wir uns in der Wipplingerstraße in ein Café, das ich bereits kannte und für das Treffen kurzfristig auswählte. Keiner kannte den Anderen und nur die Thematik der rechtsradikalen und rechtsorientierten Szene brachte uns zusammen, weil der Eine Informationen anbot und der Andere offensichtlich daran interessiert war. Dieses Treffen war auch sicherlich nur deshalb zustande gekommen, weil mein Vermittler sich für die Seriösität meiner Person verbürgte. Wie bei derlei konspirativen Treffen üblich, erfolgt Eingangs das gegenseitige Abtasten. Mir erschien es wichtig, daß von meinem Gesprächspartner der Eindruck der Offenheit festgestellt werden konnte. Geheimniskrämerei und schlangenartiges, verbales Fortbewegen war hier nicht angebracht. Eine derartige Verbindung wie ich sie einzugehen beabsichtigte, bedurfte auch in gewisser Hinsicht einer Art der Transparenz. Darlegend, in welchen Kreisen ich mich befinden würde und das ich verdeckte Ermittlungen durchführte, brachte mich dann auf den Punkt. Ich steckte die gegenwärtigen Möglichkeiten unter analytischen Gesichtspunkten ab und ersuchte um Information, ob wir zu einer Kooperation kommen könnten. Daß die mir gegenüber sitzende Kontaktperson nicht über die letztendliche Entscheidungsgewalt verfügen würde, war mir klar. So verabschiedeten wir uns und es würde gegebenenfalls ein neuerlicher Kontakt erfolgen. Das nächste Treffen fand dann in der Nähe einer Tankstelle bei der Wiener Westausfahrt statt. Wieder waren zumindest zwei Observanten des Kontaktes zugegen. Ich konnte es nicht lassen, anzumerken, daß es dafür keine Notwendigkeit gäbe, ich agierte offen. Ich rechnete mit keiner anderen Aussage als derjenigen, die ich darauf zu hören bekam, daß dies den Gepflogenheiten entsprechen würde und nicht persönlich aufgefaßt werden soll. Ein thematischer Informationsaustausch wurde vorgenommen und dann teilte mir die Person mit an welchen Informationen man Interesse hat. Erstens wolle man Erkenntnisse über die Finanzierungen und Geldströme der rechten Szene, exakt gesagt, die Geldgeber. Zweitens bot man mir zusätzlich zu den finanziellen Leistungen einen Bonus von einer Million Schilling, wenn ich in der Lage wäre, Unterlagen oder beweisbare Sachverhalte zu liefern, die Jörg Haider von der politischen Bühne katapultieren würden. Vorweg wurde vereinbart, daß die gegenseitige Verbindung niemals bestanden hat und gegebenenfalls strikt in Abrede gestellt werde. Wir waren im Geschäft. Mit Amüsement denke ich manchmal an eine Geldübergabe, die mitten in der Fußgängerzone des 1. Bezirkes stattgefunden hat. Laut Anweisung durften die Übergaben niemals von Hand zu Hand erfolgen. Irgendwo hat auch in diesem Geschäftsbereich Vertrauen seine Grenzen, die Gefahr bei einer solchen Übergabe photographiert zu werden ist zu groß und könnte unabsehbare Folgen haben. So lautete die Information, daß das Kuvert in einer Telephonzelle nächst der Kärntnerstrasse unterhalb des Ablagebords angebracht sei und ich es um 8 Uhr abholen konnte. Geschäftiges Treiben herrschte rund um die Fernsprechzelle, einer sehr belebten Gegend, vor allem unmittelbar vor allgemeiner Büro- und Geschäftsöffnungen. Es ähnelte schon einem kleinen Kunststück, sich dort unauffällig unter das Board zu begeben um Nachschau zu halten, wie das Kuvert angebracht war um es abnehmen zu können. Der Sturzhelm, den ich bei mir trug, kam mir da zu Hilfe. Ich bückte mich um ihn auf den Boden zu legen und mit einem Blick zur Seite war ich in der Lage zu sehen, wie es angebracht war.
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