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Inhalt: Vorgeschichte Wiedereinstieg in den Polizeidienst Die Entdeckung Der Kontakt zur staatspolizeilichen Abteilung des BMfI Das 1. konspirative Treffen mit der Gruppe "Wilhelm Tell" Die Beauftragung durch das Innenministerium Die "Volkssozialistische Bewegung" - VSB Verdeckte Scheinkäufe JUNGE FREIHEIT - Leserkreis bei der Wiener akademischen Burschenschaft OLYMPIA Burschenschaft OLYMPIA - Der Dr. Erwin Pröll-Schriftsatz OLYMPIA - Sonnwendfeier OLYMPIA - Sonderveranstaltung mit PLO Botschafter und FPÖ Ehrengast JUNGE FREIHEIT - Projekt Deutschlandrundreise JUNGE FREIHEIT - Leserreaktion & Mitarbeit JUNGE FREIHEIT - Der journalistische Auftrag: DAS ANTI-NAZI-CAMP JUNGE FREIHEIT - Leserkreis Graz Die konspirative Wohnung Chiffrierung der Berichte Aktivisten- Gruppengründung in Deutschland Motorrad- veranstaltungen Die Kündigung der Bundespolizeidirektion Wien Alternativangebot mit dem Deutschen Verfassungsschutz Freie Marktwirtschaft zur Terrorismusbe- kämpfung Kontakt mit dem Deutschen Verfassungsschutz Forderung an den Bundesminister Dr. Löschnak Der Versuch mit dem Nachrichtenmagazin PROFIL Gedanken & Fragen Weitere Medien des Journalisten |
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JUNGE FREIHEIT - Leserkreis Graz
Einen ganz besonderen Stellenwert sollten die Ermittlungen mit dem Leserkreisleiter aus der Steiermark mit sich bringen. Bereits am 18. März trat ich mit einem an ihn gerichteten Brief in Kontakt. Vorerst bin ich davon ausgegangen, daß die Leiter der jeweiligen Leserkreise untereinander in Verbindung stehen würden und ein Informationsaustausch erfolgt. Deshalb schob ich einen Sachverhalt vor, um als Wiener die Kontaktaufnahme zu der Grazer Gruppe zu rechtfertigen und schickte folgenden Brief ab: Ich habe gar nicht mehr daran gedacht, daß eine Antwort auf meinen Brief eintreffen würde, als mich diese in der 1. Maiwoche erreichte. Wir vereinbarten ein Treffen für den 26. Juni im Café Landtman am Wiener Innenstadtring. R. erschien in Uniform des Österreichischen Bundesheeres mit dem Rang eines Wachtmeisters versehen, und begründete dies mit einer freiwilligen Waffenübung seiner Einheit, an der er gerade teilnahm. Er diente als Jäger und war direkt von der Maria Theresien-Kaserne zu unserem Treffen gekommen. Angesichts der gegenseitige Sympathie und meinen bereits erfolgten Kontakten mit der JUNGEN FREIHEIT kamen wir rasch auf unseren Themenbereich zu sprechen. Aus zwei Studentenverbindungen war er laut eigenen Angaben schon wegen seiner angeblich zu weit rechts stehenden Orientierung ausgeschlossen worden. Ich berichtete ihm von meinem Projekt des Besuches des Anti-Nazi-Camps in Deutschland, was ihm richtigen Spaß bereitete. Natürlich haben wir uns darüber amüsiert, wie wir die Linken Asseln damit reinlegen könnten. Die JUNGE FREIHEIT veranstaltete jedes Jahr eine Sommerakademie und er fragte mich ob ich Interesse hätte sie zu besuchen. Er meinte, daß diese Veranstaltung zwar immer ausgebucht wäre, aber er auf Grund seiner Kontakte zu dem Herausgeber Schmidt, ich mich auf ihn berufen könnte und einen Platz bekommen würde. Küssel, Kühnen und Verbindungen zur VAPO wurden von ihm genannt, aber er teile deren Vorgangsweisen nicht. Graz hätte er verlassen und wohne jetzt bei seinen Eltern in Wien. Lange hatte ich auf seinen Brief warten müssen, aber der Mann wurde von mir als Treffer angesehen. Nachdem wir das Landtman verließen, spazierten wir noch in der Innenstadt ein wenig herum. Beim Innenministerium blieben wir kurz stehen und R. erzählte mir, daß zwei hochrangige Kameraden unserer Szene darin als rechtskundige Beamte beschäftigt sind. So nebenbei fragte ich nach was die dort arbeiten würden? Er antwortete mir, daß es zwei Juristen sind, die in der Fremdenpolizei, in der Asylabteilung, tätig sind. Ich ergänzte, daß es wohl keinen besseren Platz für unsere Aufgabe geben könnte, als genau solch einen Posten zu besetzen. Sein Hobby war die Photographie und auch in diesem Bereich konnten wir Erfahrungen austauschen. Wir legten fest, unsere Verbindung zu intensivieren und uns bald wieder zu treffen. Eine noch für diesen Abend von ihm ausgesprochene Einladung zu einer Veranstaltung lehne ich aus taktischen Gründen dankend ab.
Das ich diesen Bericht so rasch wie möglich meinem Verbindungsmann Koller zukommen lassen wollte war klar. Wir trafen uns kurzfristig und eigentlich freute ich mich darüber ihm so einen Knüller liefern zu können. Schon während des Telephonates kündigte ich ihm ein besonderes Ermittlungserkenntnis an. Langsam wollte ich bei R. an die Namen der betroffenen Beamten herankommen. So hatte ich es mir vorgenommen. Als ich Koller dann traf und ihm den Bericht übergab, vermeldete ich die vermeintliche Sensation. Ich legte also los und teilte ihm mit, was das Treffen mit R. für Erkenntnisse brachte. Bei der Krönung bezüglich der beiden Juristen hörte mir Koller zu und antwortete lapidar: "Das wissen wir eh". Mir verschlug es die Sprache, "Warum sind die dann noch dort bitte - noch dazu in der Fremdenpolizei?" fragte ich ihn fast vorwurfsvoll. Doch es kam keine Antwort.
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